








Seit 2019 wurde die Partnerschaft, die zunächst auf das Hauptstattgebiet Taschkent begrenzt und auf sprachdidaktische Problemstellung im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) fokussiert war, unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Silvia Reuvekamp mit fünf aktiven usbekischen Partneruniversitäten auf ganz Usbekistan ausgeweitet, mit den Schwerpunkten Interkulturalität und Digitalisierung thematisch neu ausgerichtet und stärker in die aktuellen Entwicklungen der usbekischen Germanistiken integriert. Der Fokus der netzwerkorientierten Partnerschaft liegt demnach in der interkulturellen Neuausrichtung der nationalen Germanistik vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen (u.a. digitalen) Wandels in Usbekistan und deren transregionale und -nationale Transformation auf die zentralasiatischen Nachbarländer. Unterstützt soll dieser Prozess mit gezielter Förderung von neuen (digitalen) Lehr- und Lernformaten in der Vermittlung von Interkultureller Kommunikation, der Qualifizierung usbekischer Lehrkräfte im Bereich der aktuellen Hochschuldidaktik sowie des nach europäischen Qualitätsstandards ausgerichteten Anschlusses an die internationale germanistische Forschungsgemeinschaft. Der letzte Aspekt soll insbesondere die zentralasiatische Forschungsperspektive in der Auslandsgermanistik aufzeigen und diese nachhaltig etablieren. In diesem Zusammenhang entstehen am Germanistischen Institut der Universität Münster zurzeit die Promotionsprojekte (siehe: Promotionen) von Sanjar Islomov (Staatliche Universität Termez) und Arslon Matkarimov (Staatliche Universität Urgench).
Ein weiteres Projekt im Rahmen der Kooperation beinhaltet die Erarbeitung eines digitalen Lehrwerks zum Fach *Interkulturelle Kommunikation usbekisch-deutsch*, das zurzeit in der universitären Lehre an den usbekischen Partneruniversitäten erprobt wird und im Anschluss auch in weiteren (z.B. schulischen) Lehrkontexten etabliert werden soll.
Unterstützt durch das Erasmus+ KA 171 Förderprogramm, wird im Rahmen der Kooperation insbesondere der Studierenden- und Dozierendenaustausch gefördert. Das PROMOS-Stipendienprogramm ermöglicht die Praktikumsaufenthalte von Münsteraner Germanistik-Studierenden an schulischen und universitären Partnerinstitutionen in Usbekistan. Die Studienreisen usbekischer Studierenden an die Universität Münster wurden durch den DAAD getragen (siehe: Aktuelles).
Im August 2024 findet an der Universität Buchara eine gemeinsam organisierte germanistische Summer School statt, an der insgesamt 100 Studierende aller Partneruniversitäten und 25 Lehrende teilnehmen, die im Teamteaching mit 9 Lehrenden der Universitäten Münster und Wuppertal über 40 Workshops anbieten (siehe: Aktuelles).
Die fünf Partneruniversitäten sind über ganz Usbekistan verteilt und repräsentieren heterogene Regionen des Landes mit jeweils eigenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gegebenheiten und Herausforderungen. So liegt die Pädagogische Universität Chirchig beispielsweise im unmittelbaren Einzugsgebiet der Hauptstadt Taschkent und profitiert von der hervorragenden Infrastruktur der Region, wogegen die Universitäten Termez, Urgench und Buchara geographisch sehr weit von der Hauptstadt entfernt sind. Gerade die ländlichen Gebiete wurden lange Zeit kaum von der Investitionspolitik des Landes berücksichtigt und sind gerade erst auf dem Weg, sich mit z.T. enormen Anstrengungen zu modernen Hochschulstandorten zu entwickeln. Besonders herausfordernd ist die Situation an der Universität Nukus, die in der autonomen Teilrepublik Karakalpakistan im Nordwesten Usbekistans liegt (1,7 Millionen Einwohner). Infolge der fortschreitenden Austrocknung des Aralsees benötigt die Region einen umfassenden Strukturwandel, der durch bildungspolitische Maßnahmen nachhaltig gefördert werden soll. In diesem Zusammenhang spielt die Stärkung der Fremdsprachenausbildung eine zentrale Rolle.
Durch ihre geographische Lage haben alle fünf Partneruniverstäten besonders günstige Voraussetzungen für eine überregionale Vernetzung mit ihren zentralasiatischen Nachbarländern. Im Zuge der neuen Bildungspolitik entstehen aktuell zusätzlich zu bereits etablierten Kontakten zahlreiche neue regional-binationale, aber auch überregional-multinationale Hochschulkooperationen. Bei allen regionalen und infrastrukturellen Eigenheiten stehen die fünf im Netzwerk verbundenen Universitäten vor der gemeinsamen Aufgabe, die von der Bildungspolitik eingeforderte Stärkung und interkulturelle Neuausrichtung der Fremdsprachenausbildung im gesamten öffentlichen Bildungssektor Usbekistans zu operationalisieren.
Oktober 2024 – Januar 2025, StipendiatInnen: Asal Boltaboyeva, Shokhrukh Abdusharipov (Staatliche Universität Urgench)
Dezember 2024, Dr. Zamira Shirnazarova, Dr. Ziyavuddin Sanakulov (Staatliche Pädagogische Universität Chirchiq)
Oktober 2023 – Januar 2024, StipendiatInnen: Zebiniso Kosimova, Oybek Arabov (Staatliche Universität Buchara)
Juni 2023, Studienreise-Aufenthalt usbekischer Studierendengruppe (Staatliche Universität Urgench)
April – Juli 2023, StipendiatInnen: Gulnoza Eshniyozova, Furkat Jumaev (Staatliche Universität Termez)
Juni – Juli 2022, Dr. Yarasch Ruziev (Staatliche Universität Buchara), Dr. Zamira Shirnazarova (Staatliche Universität Termez), Gulnora Abdullaeva und Arslon Matkarimov (Staatliche Universität Urgench)
April – Juli 2022, StipendiatInnen: Orzigul Elmurodova (Staatliche Universität Buchara), Gulmira Rakhimberganova (Staatliche Universität Urgench)
August 2024: Prof. Silvia Reuvekamp (Projektleitung), Prof. Marion Bönnighausen, Prof. Mattias Martinez, Ninja Schmiedgen, Svenja Krause, Anna-Maria Plischka, Albina Haas, Sanjar Islomov, Arslon Matkarimov, Maximilian von Mulert (Workshop-Team)
Online: https://ingeza.net/
September – Oktober 2023, TutorInnen: Anna Janning, Anne Blasel (Master of Education, Zertifikatsstudiengang DaFZ)
September – Oktober 2022, Tutorin: Camilla Strehlow (Master of Education, Zertifikatsstudiengang DaFZ)
September – Oktober 2022, Tutorin: Berna Akseki (Master Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft, Zertifikatsstudiengang DaFZ)
Sanjar Islomov (Staatliche Universität Termez): Empirische Zugänge zu einer Interkulturellen Narratologie: Komparative Analyse von deutschen und usbekischen Erzählungen.
Arslon Matkarimov (Staatliche Universität Urgench): Formate des digitalen Lernens: Projektentwicklung für den usbekischen Hochschulkontext.
Die PDF-Datei zum Plakat finden Sie hier.