Veranstaltunsgtermin des Förderprojekts "Schwarze deutschsprachige Autor*innen im Austausch: Ein Polyphonie-Abend"

© roh + blutig_Martin Zeigner
Gerne möchten wir Sie auf die Veranstaltung des von der Universitätsgesellschaft geförderten Projektes „Schwarze deutschsprachige Autor*innen im Austausch: Ein Polyphonie-Abend“ aufmerksam machen:

Gibt es eine Schwarze deutschsprachige Literaturtradition, und wenn ja, was macht sie aus? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Polyphonie-Abends am 16. April 2025 um 19:00 Uhr in der Studiobühne der Universität Münster. Die Veranstaltung bringt vier herausragende Schwarze deutschsprachige Autor*innen zusammen, um in Lesung und Gespräch ihre Perspektiven auf die Geschichte und die Zukunft dieser Tradition zu teilen. Die Literaturwissenschaftlerin Jeannette Oholi stellte bereits vor zwei Jahren in Münster fest: »Schwarze Literatur ist Polyphonie, also eine Vielstimmigkeit.« Der Polyphonie-Abend möchte genau diese Vielstimmigkeit hörbar machen und dazu einen Raum bieten, in dem unterschiedliche Stimmen der Schwarzen deutschen Literatur zusammentreffen.

 

Literatur im Dialog – Die Autor*innen

Am Abend des 16. April werden Stefanie-Lahya Aukongo, Philipp Khabo Koepsell, Katharina Oguntoye und SchwarzRund aus ihren jeweiligen Werken lesen und sich in wechselnden Zweierkonstellationen gegenseitig moderieren. Dabei werden sie die Frage nach einer Schwarzen deutschsprachigen Literaturtradition aus ihrer eigenen, vielfältigen Praxis heraus reflektieren: Welche Rolle spielen Herkunft und diasporische Zugehörigkeit der Autor*innen in Bezug auf diese Tradition? Wie tragen unterschiedliche literarische Formen und Ansätze zur Entwicklung einer Schwarzen Literatur bei? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden sich in den Werken der Podiumsgäste? Diese und weitere Fragen werden an diesem Abend ausgeleuchtet.

Die Veranstaltung wird nicht nur Lesung im klassischen Sinne sein, sondern auch ein Raum des Dialogs, in dem die Autor*innen ihre eigenen Texte interpretieren und die Werke ihrer Kolleg*innen mit neuen Perspektiven befragen. So entsteht ein interaktiver Abend, der die Literaturtradition Schwarzer deutscher Autor*innen weiterentwickelt und gleichzeitig das Publikum zum Weiterdenken anregt.

Einblicke in die Biografien der Autor*innen

Stefanie-Lahya Aukongo ist eine Schwarze intersektional verwobene Künstlerin und Autorin, die sich mit Themen wie Dekolonisierung, Heilung, kollektiver Liebe und Verletzlichkeit auseinandersetzt. Ihr Werk umfasst Gedichte, Zines, Bücher wie Kalungas Kind und Buchstabengefühle sowie das E-Book Sperrlinien. Ihre Arbeiten reflektieren persönliche und kollektive gesellschaftliche Realitäten und politische Themen.

Philipp Khabo Koepsell ist ein afrodeutscher Lyriker, Dramaturg und interdisziplinärer Künstler, der sich mit Schwarzen Identitätsverhandlungen, Afrofuturismus, Kolonialismus und Empowerment auseinandersetzt. Er ist Herausgeber mehrerer Sammelbände und Anthologien, darunter Erste Indaba Schwarzer Kulturschaffender in Deutschland und Arriving in the Future. Zudem tritt er als Spoken Word Performer auf und arbeitet als Dramaturg am Berliner Theater Ballhaus Naunynstraße.

Katharina Oguntoye ist eine afrodeutsche Schriftstellerin, Historikerin und Aktivistin, die als Pionierin im Bereich der Black German Studies gilt. Sie war Mitherausgeberin des bedeutenden Buches Farbe bekennen und hat mit Schwarze Wurzeln ein wichtiges Werk zu Afro-deutschen Familiengeschichten veröffentlicht. Ihr Engagement in der afrodeutschen Bewegung hat wesentliche Impulse gesetzt, und 2022 wurde sie für ihre Arbeit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

SchwarzRund ist eine Schwarze Deutsche mit dominikanischen Wurzeln, die als Autorin und Poetin auftritt. SchwarzRund befasst sich in ihren Werken mit queeren Schwarzen Interventionen, Afrx-Latinx Identitäten und den vielschichtigen Erfahrungen von Menschen innerhalb und außerhalb von Communitys. Ihr Roman Biskaya und ihre Novelle Quasi sowie der Gedicht- und Essayband es hat sich auserklärt gehören zu ihren bekanntesten Werken.

Veranstaltungsdetails:

Datum: 16. April 2025

Uhrzeit: 19:00 bis 21:30 Uhr (inkl. Pause)

Ort: Studiobühne, Universität Münster

Eintritt: Frei, die Veranstaltung ist öffentlich

Organisation: Lehrstuhl für English, Postcolonial and Media Studies (Prof. Dr. Mark Stein, Rita Maricocchi, M.A.)
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik (Prof. Dr. Kai Sina, Dr. Lauren Brooks, Eva Tanita Kraaz, M.A.)

In Kooperation mit: Afrikanische Perspektiven, e.V.

Gefördert von: Universitätsgesellschaft, e.V.
Volkswagen Stiftung

Einladung an alle Interessierten:

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Studierende und Mitarbeitende der Universität Münster, sondern an alle, die an der Diskussion und Weiterentwicklung der Schwarzen deutschsprachigen Literatur interessiert sind. Der Polyphonie-Abend bietet einen Raum für Austausch, Reflexion und Inspiration. Wir freuen uns auf einen bereichernden Abend mit spannenden Einblicken und einem Dialog über die Zukunft der Schwarzen Literaturtradition in Deutschland.

Besondere Hinweise: Für die Veranstaltung wird eine begleitende Kinderbetreuung angeboten, um auch Eltern die Teilnahme zu ermöglichen.

Weitere Hinweise finden Sie hier.

Die Website des Lehrstuhl für English, Postcolonial and Media Studies mit mehr Informationen finden Sie hier.