Prof. Dr. Monika Bobbert
Modulkurs: Das Proprium Christianum der theologischen Ethik
Mi 13-16 Uhr 09.04.2025 bis 16.07.2025
Die Frage nach dem Proprium christianum, d.h. dem spezifisch Christlichen der theologischen Ethik ist die nach ihrem Selbstverständnis. Die theologische Ethik muss sowohl intradisziplinär als auch interdisziplinär im Dialog mit den Natur- und Geisteswissenschaften darlegen können, inwiefern für ein moralisch verantwortliches Handeln nicht nur empirische Erkenntnisse und philosophische Axiome bedeutsam sind, sondern insbesondere auch der christliche Glaube.
Nachdem in den 1970er und 80er Jahren die Frage nach dem Proprium christianum im deutschsprachigen Raum zu heftigen Debatten über "Autonome Moral im christlichen Kontext" und "Glaubensethik" geführt hatte, wurde es in den darauf folgenden Jahrzehnten eher still. Zum einen bildete sich ein gewisser Konsens heraus, dass eine theologische Ethik mit philosophischen Begriffen und Methoden ausweisbar sein müsse. Zudem widmete man sich angesichts drängender Fragen intensiv anwendungsbezogenen Bereichsethiken wie etwa der Medizin- und Bioethik, Wirtschafts- und Umweltethik.
Jedoch lässt sich die Frage nach dem Selbstverständnis der theologischen Ethik nicht dauerhaft im Rückgriff auf vergangene Debatten beantworten. Vielmehr muss die Frage nach dem christlichen Proprium immer wieder explizit bearbeitet und insbesondere angesichts neuere Ansätze theologischer Ethik verortet werden.
Vorlesung: Ethische Fragen in Medizin und Krankenhausseelsorge
Mi 16-18 Uhr 09.04.2025 bis 16.07.2025
In der medizinischen Versorgung kranker Menschen stellen sich häufig ethische Fragen. Die klinische Ethik bietet einschlägige Analysen und entwickelt Argumentationen in Bezug auf die Richtigkeit von Handlungen und Institutionen. Darüber hinaus spielen Fragen des gelingenden Lebens eine wichtige Rolle. Die Vorlesung gibt eine Einführung in Grundbegriffe der Medizinethik, u.a. Autonomie, Nicht-Schaden, Gerechtigkeit und Verantwortung. Zudem werden unterschiedliche medizinethische Ansätze vorgestellt. Ausgewählte Themen der Medizinethik sind neben Standards wie Informierte Zustimmung, Schweigepflicht, Organallokation und andere Ressourcenfragen auch aktuelle Fragen der Forschung am Menschen und der prädiktiven Gendiagnostik. Eine Ethik der Krankenhausseelsorge befasst sich nicht nur mit den Schnittstellen zwischen Medizin und Seelsorge, etwa im klinischen Ethikkomitee. Vielmehr geht es auch um genuin seelsorgerliche Fragen im Krankenhaus: Wie ist mit Konflikten zwischen Angehörigen und Patient, Patient und therapeutischem Team oder den Berufsgruppen im Krankenhaus umzugehen? Welche Seelsorgekonzepte gibt es, und wie stellen sich diese – ausgehend von Anteilnahme, Parteilichkeit und Begleitung – zu Forderungen nach Gerechtigkeit und Unparteilichkeit?
Hauptseminar (Systematische Theologie): Das Gewissen in Ethik und Politik
Di 14-16 Uhr 08.04.2025 bis 15.07.2025
Explizite Bezugnahmen auf das Gewissen erfolgen heute eher selten. Teils wird angenommen, dass Gewissensentscheidungen auf moraltheologische Fragen begrenzt zu sein scheinen. Zudem hinterfragen ein heteronomes oder irrendes Gewissen, aber auch psychologische Einsichten zur Moralentwicklung die Autorität von Gewissensentscheidungen ebenso wie ein im Alltag oder in der Politik unreflektiert eingesetzter Gewissensbegriff.
Inwiefern ist der Gewissensbegriff heute doch noch zentral für unser Handeln und für die theologische/philosophische Ethik? Im Seminar wird das Konzept des Gewissens aus moraltheologischer und -philosophischer sowie sozialwissenschaftlicher Sicht aufgearbeitet, auf seine Relevanz hin befragt und auf konkrete Problembereiche wie zwischenmenschliche Konflikte, ärztliche Verantwortung und politische Verantwortung bezogen. Insbesondere werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Gewissensentscheidungen im persönlichen Umfeld und Entscheidungen im Deutschen Bundestag beleuchtet.
Oberseminar: Methodische und inhaltliche Fragen anwendungsbezogener Ethik
zusammen mit Julia van der Linde
Bei vielen Themen anwendungsbezogener Ethik spielen ähnliche methodische Fragen, grundlegende Begriffe und Unterscheidungen eine Rolle. Hinzu treten jedoch auch themenspezifische Besonderheiten und Besonderheiten durch die Heranziehung anderer wissenschaftlicher Disziplinen. Anhand konkreter Projekte werden Konzeptionen und Texte aus methodischer und inhaltlicher Sicht diskutiert.
Für die Anmeldung zum Oberseminar wenden Sie sich bitte an Frau Wiedemeier.
Basiskolleg: Christentum in Kultur und Gesellschaft
zusammen mit Prof.in Dr. Judith Könemann, Prof. Dr. Dr. Alfons Fürst, Prof. Dr. Norbert Köster, Prof. Dr. Thomas Hanke, Prof.in Dr. Marianne Heimbach-Steins
Mo 18-21 Uhr 07.04.2025 bis 14.07.2025
Das Modul führt inhaltlich in die vier Schwerpunkte des Masterstudiengangs ein ("Kultur", "Wissen", "Leben" und "Gesellschaft") und erörtert im Querschnitt Themenfelder und Kernfragen der jeweiligen Schwerpunkte. Auf dem Niveau zeitgenössischer philosophisch theologischer Reflexion und interdisziplinärer Forschung wird die religiöse Matrix okzidentalen Denkens, die im Wesentlichen von den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam geprägt ist, im Überblick skizziert und kritisch mit säkularen Wissenskulturen konfrontiert.