Abschlussarbeiten im FIRE-Projekt

2024:

Bea Osladil validierte in ihrer Bachelorarbeit ein Kompetenzmodell für Mannschaftsmitglieder bei der Feuerwehr. Insgesamt konnte sie 25 Kompetenzen über 4 Kompetenzbereiche als wichtig validieren. Es zeigte sich, dass insbesondere Sozialkompetenzen außerhalb von Einsätzen bzw. im Innendienst als wichtiger eingestuft werden.

2023:

Jillian Uhlenbrock untersuchte in ihrer Masterarbeit Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen, täglich-schwankenden Faktoren und dem arbeitsbezogenen Lernerfolg im Rahmen von Aus- und Fortbildungslehrgängen an Landesfeuerwehrschulen. Es konnte kein Zusammenhang zwischen dem psychischen Wohlbefinden am Morgen und dem Lernerfolg auf Tagesebene festgestellt werden. Hingegen erwiesen sich respektvolles und die humorvolles Führungsverhalten als signifikante Prädiktoren von arbeitsbezogenem Lernerfolg.

Katharina Füssel entwickelte in ihrer Masterarbeit ein Kompetenzmodell für Gruppenführer/innen bei der Feuerwehr. Hierfür führte sie 18 Interviews durch, aus welchen sich insgesamt 26 Kompetenzen ergaben.

2022:

Laura Schlapper untersuchte in ihrer Masterarbeit, ob es Unterschiede zwischen Präsenzlernen und Blended Learning hinsichtlich der Führungsmotivation, Führungssicherheit sowie dem Vertrauen in die Gruppe gibt. Es konnte gezeigt werden, dass Blended Learning nicht zu geringerem Vertrauen innerhalb der Trainingsgruppe führt, sondern sogar stärker zunimmt als in der Präsenzlerngruppe. Die selbstbeurteilte Führungssicherheit unterscheidet sich zu beiden Zeitpunkten nicht voneinander, im Fremdurteil durch die Trainer werden die Teilnehmenden des Blended Learning Lehrgangs jedoch vorerst weniger führungssicher eingeschätzt. Abschließend konnte gezeigt werden, dass die Führungsmotivation anfangs zwischen den Gruppen gleich stark ausgeprägt war, jedoch innerhalb der Blended Learning Gruppe stärker zunimmt.

Franziska Roß validierte in ihrer Bachelorarbeit ein Kompetenzmodell für Einheitsführer bei der freiwilligen Feuerwehr. Eine Onlinestudie mit 200 Teilnehmenden bestätigte die Validität. Es konnten keine unterschiede in der Einschätzung des Modells zwischen Einheitsführunden und ihren Mannschaftsmitgliedern gefunden werden.

Helena Hoschke entwickelte in ihrer Bachelorarbeit einen Fragebogen und ein Modell zur Motivation im Ehrenamt. Das finale Modell bildeten die Faktoren Sensations- und Abenteuersuche, Selbstwert/Anerkennung, Zugehörigkeit, Berufsausgleich, Altruismus, Kompetenzgewinn und Soziale Beeinflussung.

Greta Schrade untersuchte in ihrer Masterarbeit Zusammenhänge zum Thema respektvolle Führung in Einsatznachbesprechungen bei der Feuerwehr. Sie fand heraus, dass respektvolle Führung, verglichen mit neutralen Führung, mit signifikant höherer Zufriedenheit mit den Einsatznachbesprechungen und Arbeitsengagement zusammenhängt. Dieser Zusammenhang konnte durch ein besseres psychologisches Sicherheitsklima erklärt werden.

2021:

Louisa Burgund entwickelte in ihrer Bachelorarbeit einen englischsprachigen Fragebogen zur Messung der Motivation von Personen, die sich ehrenamtlich engagieren. Die finale Version enthielt 26 Items, die sich auf 7 Faktoren verteilten. 

Anita Köllmann validierte in ihrer Masterarbeit ein Kompetenzmodell für Zugführende der Feuerwehr. In einer Onlinestudie befragte sie 240 Feuerwehrleute und fasste das bestehende Kompetenzmodell aus 2019 zu einem schlanken, anwendbaren Modell von 8 übergeordneten Kompetenzen zusammen.

Mira von der Linde erstellte in ihrer Masterarbeit ein Kompetenzmodell für Beamt:innen im höheren feuerwehrtechnischen Dienst. Über 22 strukturierte Interviews und die Critical Incident Methode konnte sie 23 zentrale Kompetenzen identifizieren, die sie in vier Kompetenzbereiche eingeordnet hat.

In ihrer Bachelorarbeit baute Melanie Göcke auf der Vorarbeit zum Kompetenzmodell für Ausbildende in der freiwilligen Feuerwehr auf und entwickelte dies zu einem generellen Kompetenzmodell für Ausbildende in der Feuerwehr und anderen Notdiensten weiter. Sie validierte 20 Kompetenzen und fand heraus, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Bewertung der Wichtigkeit der Kompetenzen zwische unterschiedlichen Führungsstufen der teilnehmenden Feuerwehrleute gab. 

Klara Freitag entwickelte in ihrer Masterarbeit einen Fragebogen zur Erfassung der arbeitsbezogenen Ansprüche und Ressourcen von deutschen Feuerwehrleuten. Die theoretische Grundlage des Fragebogens bildete die Job Demands-Ressources Theory. Der finale Fragebogen umfasst 22 Items zu arbeitsbezogenen Ressourcen und 18 zu arbeitsbezogenen Ansprüchen. Bereits in ihrer eigenen Masterarbeit verprobte Sie den Fragebogen und konnte Zusammenhänge zwischen Ressourcen und Arbeitsengagement und Arbeitszufriedenheit finden.

2020:

Manuel Schmitt schrieb seine Bachelorarbeit über Kompetenzen für Gruppenführende der Feuerwehr. Über Interviews und die Critical Incident Methode konnte er eien vielzahl von notwendigen Kompetenzen identifizieren, die er anschließend zu Überkompetenzen zusammenfasste.

Miriam Redecker führte in ihrer Masterarbeit eine Anfordeungsanalyse für Einheitsführer/innen in der Freiwilligen Feuerwehr durch. Sie führte 25 Interviews durch und analysierte die daraus gewonnenen Informationen mittels der Critical Incident Methode. 

Karoline Hagemann entwickelte in ihrer Masterarbeit ein Kompetenzmodell für Ausbilder/innen der Feuerwehr. Über 26 Interviews, die sie mittels der Critical Incident Methode analysierte, konnte sie ein Modell mit 29 Kompetenzen und vier Kompetenzbereichen (Fach-, Methodisch-didaktische, Sozial- und Selbstkompetenz) aufstellen. Sie überprüfte zudem die Sensitvität von Ausbilder/innen für diese Kompetenzen.

Anna Deponte untersuchte in ihrer Masterarbeit die Entstehung und den Einfluss von Vertrauen zwischen Feuerwehrleuten und ihren Gruppenführeden. Über ein Strukturgleichungsmodell fand sie heraus, dass Vertrauenswürdigkeit der Gruppenführenden den größten Zusammenhang mit Vertrauen der Feuerwehrleute hatte und dies dazu führt, dass sie im höheren Maß dazu bereit sind, Risiken einzugehen. Hohes Vertrauen in Gruppenführende hing zudem mit Arbeits- und Einsatzzufriedenheit zusammen. 

2019:

Oliver Eicke entwickelte in seiner Masterarbeit ein Kompetenzmodell für ZugführerInnen in der Feuerwehr. In einer Reihe von Interviews befragte er dafür erfahrene ZugführerInnen nach ihrem Verhalten in besonders herausfordernden Situationen. Das entstandene Modell betont neben den Handlungskompetenzen in extremen Situationen vor allem auch die Wichtigkeit von Sozialkompetenzen.

In ihrer Bachelorarbeit hat Hannah Thölking herausgefunden, dass Laien sowohl die Bereitschaft als auch die Fähigkeit besitzen, mithilfe eines handlichen Löschsprays einen Entstehungsbrand selbst zu löschen. Dabei spielte zum Beispiel das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten eine Rolle. Hannah schlussfolgerte, dass praktische Löschübungen auch für Laien sinnvoll sind. Diese Bachelorarbeit war Teil des TEBRAS-Projekts.

Lena Tangelder untersuchte in ihrer Bachelorarbeit das Verhalten von Laien bei der Entstehung eines Brandes. Sie fand heraus, dass extravertierte Personen bei der ersten Konfrontation mit einem Brand besonders schnell mit einem Löschversuch reagieren. Andere Persönlichkeitseigenschaften zeigten keinen Einfluss. Eine wiederholte Konfrontation mit dem Brand trug ebenfalls zu einer schnelleren Reaktionszeit sowie Stress-Reduktion bei. Diese Bachelorarbeit war Teil des TEBRAS-Projekts.

Dzenita Hadzihalilovic erstellte in ihrer Masterarbeit eine modifizierte Version des FIRE-Kernfragebogens, welcher zur Evaluation der Krisenstabsausbildung genutzt werden kann – den FIRE-CU. Ihre Validierungsstudie mit Teilnehmenden von Krisenstabsübungen zeigte, dass der FIRE-CU die gleichen Dimensionen erfasst wie der FIRE-Kernfragebogen.

2018:

Hannah Felske entwickelte und validierte auf Basis des FIRE-Kernfragebogens ein Instrument zur Evaluation von kürzeren Seminaren und Tagesveranstaltungen – den FIRE-ST. Sie konnte zeigen, dass der FIRE-ST die Dimensionen Dozentenverhalten, Struktur, Anforderungsniveau, Kompetenzerwerb und optional Transfer erfasst.

Lena Niemann validierte in ihrer Masterarbeit den von Lisa Streppel entwickelten Fragebogen zur Evaluation der Basisausbildung. Anhand einer großen Stichprobe aus Feuerwehrleuten konnte sie die sechs Dimensionen des Fragebogens bestätigen. Außerdem konnte sie zeigen, dass der Fragebogen die Zufriedenheit und den Lernerfolg der Lehrgangsteilnehmenden vorhersagt. Der Fragebogen kann in verschiedensten grundständigen Ausbildungen auf Gemeinde- und Kreisebene eingesetzt werden, um die Ausbildungsqualität zu erfassen und Verbesserungspotentiale aufzudecken.

Lisa Streppel hat in zwei Studien ein Instrument zur Beurteilung der Rettungskräfte-Basisausbildung bei den Feuerwehren vor Ort entwickelt. Dazu führte sie zunächst Interviews mit Feuerwehrleuten durch, aus denen sie Fragebogen-Items ableitete. Eine Pilotstudie mit Feuerwehren in ganz Deutschland ergab, dass der Fragebogen sechs Dimensionen guter Lehre in der Basisausbildung abbilden kann: Struktur & Didaktik, Unterstützung & Förderung, Gruppe, Praxis, Material & Räumlichkeiten und Kompetenzerwerb.

2017:

In ihrer Masterarbeit führte Katharina Frerichs eine Validierungsstudie für den von Jessica Nora Busjan entwickelten Evaluationsfragebogen für schriftliche Prüfungen durch. Sie zeigte unter anderem, dass der Fragebogen die drei Dimensionen Vorbereitung der Prüfung durch den Lehrgang, Gestaltung der Prüfung und die Belastung durch die Prüfung präzise misst.

In ihrer Masterarbeit entwickelte und validierte Mona Hagel ergänzend zum FIRE Kernfragebogen die beiden Zusatzmodule „Dozentenverhalten“ und „Einsatzübungen“. Dies erlaubt einen flexiblen Einsatz der FIRE-Skalen, der auf den tatsächlichen praktischen Bedarf abgestimmt werden kann

Niklas Schulte validierte in seiner Masterarbeit den FIRE-Kernfragebogen. Er konnte unter anderem bestätigen, dass der Fragebogen sechs unterschiedliche Dimensionen guter Lehre präzise erfassen kann. Diese beschreiben den Lehrgang an sich (Dozentenverhalten, Struktur, Anforderungsniveau & Gruppe) und die Ergebnisse des Lehrgangs (Kompetenzerwerb & Transfer).

2016:

Jessica Nora Busjan entwickelte zwei Fragebögen zur Evaluation schriftlicher und praktischer Prüfungen in Führungslehrgängen. Zunächst führte sie Interviews und schriftliche Befragungen mit Lehrgangsteilnehmenden, Prüfern und Dozenten durch, um Merkmale guter Prüfungen zu identifizieren. Daraus leitete sie Fragebogen-Items ab, welche sie zunächst auf Relevanz und Verständlichkeit prüfte und dann einer großen Stichprobe von Lehrgangsteilnehmenden vorlegte. Statistische Analysen gaben auf dieser Grundlage Aufschluss über die Dimensionalität beider Fragebögen.

In ihrer Masterarbeit hat Linda Loberg die Gruppen- und Zugführerlehrgänge am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) untersucht und ein bestehendes Ausbildungskonzept mit einem neu erarbeiteten Konzept verglichen. Auf Basis der Ergebnisse konnte sie Verbesserungsvorschläge ableiten. Die Lehrgangsteilnehmenden bewerteten vor allem eine enge Verzahnung von theoretischen und praktischen Blöcken positiv.

Stephanie Babiel entwickelte in ihrer Masterarbeit ein Instrument zur Bewertung der Qualität von Gruppen- und Zugführerlehrgängen. Sie führte zunächst Interviews, um die zentralen Aspekte guter Lehre zu identifizieren. Daraus leitete sie Fragebogen-Items ab, welche sie auf Relevanz und Verständlichkeit prüfte. Auf Basis einer Pilotstudie entstand daraus der Vorläufer des FIRE-Kernfragebogens, welcher unterschiedliche Dimensionen guter Lehre zeitsparend und präzise erfassen kann.

2015:

In ihrer Masterarbeit erweiterte Stephanie C. Sievers ein Führungsprozessmodell, welches Denk- und Handlungsprozesse zur Bewältigung von Einsatzsituationen beschreibt. Dafür wurden Interviews mit Führungskräften der Feuerwehr durchgeführt. Aus den Analysen wurden sechs Phasen des Führungsprozesses herausgearbeitet: „Einsatzvorbereitung/Einsatznachbereitung“, „Koordination“, „Situationsbewusstsein“, „Festlegung“, „Anordnung“ und „Maßnahmenrealisation/Umsetzung“.