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„Paper of the Month“ Dezember 2018 geht an 2 Publikationen aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Dezember 2018 wurden gleichberechtigt 2 Publikationen  aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ausgezeichnet.

Zum einen PD Dr. Karl Peter Schlingmann für die Publikation: Germline de novo mutations in ATP1A1 cause renal hypomagnesemia, refractory seizures, and intellectual disability in der Zeitschrift American Journal of Human Genetics 103(5): 808-816 [Abstract]:

Berichtet wird von drei Patienten, die trotz adäquater Magnesiumsubstitution prolongierte Krampfanfälle zeigten und eine schwere geistige Behinderung entwickelten. Bei diesen Patienten konnten heterozygote de novo Mutationen in ATP1A1 identifiziert werden, das für die Alpha1-Untereinheit der Na-K-ATPase kodiert. Die Na-K-ATPase generiert das zelluläre Membranpotential als Grundlage essentieller Zellfunktionen wie neuronale Aktivität, Muskelkontraktion oder epithelialen Ionentransport. Alpha1 stellt die dominierende Isoform in der Niere dar und ist in allen Zellen des zentralen Nervensystems exprimiert. Funktionelle Studien konnten zeigen, dass die hier identifizierten Mutationen zu einer deutlich gestörten Funktion der Na-K-ATPase führen.

Beschrieben wird ein neues Krankheitsbild, das einen Magnesiummangel, zerebrale Krampfanfälle und eine geistige Behinderung umfasst, verursacht durch de novo ATP1A1-Mutationen. Diese Beobachtungen unterstreichen die essentielle Rolle der Na-K-ATPase für die renale Magnesiumkonservierung und die physiologische neuronale Aktivität im ZNS.

Zum anderen Dr. Niki Tomas Loges für die Publikation: Recessive DNAH9 Loss-of-Function Mutations Cause Laterality Defects and Subtle Respiratory Ciliary-Beating Defects ebenfalls in der Zeitschrift American Journal of Human Genetics 103(6): 995-1008 [Volltext].

In dieser Arbeit wurde ein neues Gen für Herzdefekte identifiziert. Hierbei wurden Mutationen in dem Gen DNAH9 in fünf Patienten gefunden. Alle fünf Patienten haben eine seitenverkehrte Anlage der inneren Organe. Zwei Patienten wiesen zusätzlich schwere Herzdefekte auf. Zudem konnte gezeigt werden, dass DNAH9 ein Motorprotein ist, welches im oberen Teil der Flimmerhärchen lokalisiert ist. Ein Fehlen von DNAH9 führt zu einem Verlust weiterer Motorproteine im oberen Teil der Flimmerhärchen. DNAH9 ist demnach essentiell für den korrekten Zusammenbau des oberen Teils der Flimmerhärchen.

Die Ergebnisse stellen einen wichtigen Beitrag für das Verständnis des Aufbaus des oberen Teils von Flimmerhärchen im Menschen und für die Ursachen von Herzdefekten und Herzfehlbildungen dar.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month–Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month–Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Neu: Software-Übersicht auf der ULB-Website

Auf der Website der Universität- und Landesbibliothek Münster (ULB) gibt es unter der Rubrik Service eine neue Unterrubrik Software. Hier wird  übersichtlich aufgelistet, was die ULB in diesem Bereich anbietet. Dazu gehören im PC-Pool/DigiLab installierte Programme sowie Programme zum Download und Internet-Portale, die von der ULB lizenziert wurden.

Abgedeckt werden u.a. die Bereiche Literaturverwaltung, Textverarbeitung / -erkennung und Grafikbearbeitung / Desktop-Publishing.

Die bisherige Unterrubrik „Literaturverwaltung“ gibt es nun nicht mehr, alle angebotenen Informationen hierzu finden sich nun ausführlich im ULB-Tutor.

 

Grafik © UKM / Fotozentrale

WWU tritt ORCID DE Konsortium bei

Die ULB meldet: Die WWU Münster ist jetzt offizielles Mitglied des ORCID DE Konsortiums und unterstützt mit diesem Schritt die Nutzung von ORCID iDs durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der WWU.

ORCID [en] (Open Researcher and Contributor ID) ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die weltweit eindeutige IDs zur Identifizierung von Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Werke vergibt. ORCID ist das international meistgenutzte Autoren-Identifikationssystem mit aktuell (Stand: Oktober 2018) mehr als 5,4 Millionen Nutzern, weshalb auch bereits viele Verlage und Forschungsförderer ORCID iDs zur eindeutigen Identifikation von wissenschaftlichen Autoren verwenden.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert seit 2016 im Rahmen des Projektes „ORCID DE – Förderung der Open Researcher and Contributor ID in Deutschland“ die Verbreitung der ORCID iD in Deutschland. Das Projekt will u.a. die Einführung von ORCID an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen organisatorisch, technisch und rechtlich unterstützen.

Jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler kann sich bei ORCID registrieren und so eine persönliche ORCID iD erhalten. Da diese weltweit einmalig ist, lassen sich mit ihrer Hilfe wissenschaftliche Arbeiten eindeutig einem Autor zuweisen. Zudem können zu einer ORCID iD neben Publikationen auch weitere Daten hinterlegt werden, wie z.B. Institutszugehörigkeiten, Forschungsprojekte, oder verschiedene Namensvarianten. Dies trägt nicht zuletzt auch dazu bei, Transparenz und Sichtbarkeit von Wissenschaft zu fördern. Darüber hinaus ist die ORCID iD dauerhaft und kann bei einem Wechsel zu einer anderen Institution weiterverwendet werden. Dementsprechend empfehlen auch viele Verlage und Forschungsförderer beim Einreichen von Publikationen oder Anträgen die Angabe einer ORCID iD, um so z.B. auf einfache Weise alle Publikationen eines Autors zu identifizieren oder die korrekte Berechnung bibliometrischer Indikatoren (z.B. des h-Indexes) sicherzustellen.

Datenschutz und Selbstbestimmung sind dabei ein wesentlicher Grundsatz von ORCID. Jeder Nutzer hat stets die volle Kontrolle über seine Daten bzw. die öffentliche Sichtbarkeit der jeweiligen Einträge. Diese Einschätzung wurde kürzlich u.a. durch ein Gutachten im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft bestätigt.

Bei Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit ORCID stehen Ihnen die Universitäts- und Landesbibliothek sowie das Dezernat 6.4 der WWU gerne zur Verfügung.

Grafik © orcid.org

Wie erkenne ich betrügerische Open Access-Journale?

Möchte man durch Publikationen seine wissenschaftliche Karriere befördern, ist es essenziell, in den richtigen, seriösen Journalen zu publizieren. Im folgenden finden Sie aus aktuellen Anlaß einige Charakteristika, an denen man betrügerische Open Access-Journale erkennen kann.

  1. Hat die Zeitschrift einen Impact Factor? Das Journal of Proteomics & Computational Biology (JPCB) der indischen Avens Publ. Group wirbt z.B. mit einem IF, obwohl es keinen hat und der angegebene Wert erkennbar veraltet ist.
  2. Wieviele Artikel publiziert die Zeitschrift im Jahr? Das JPCB hat 8 Artikel in 5 Jahren veröffentlicht – das klingt ebenfalls nicht nach einer gut laufenden, seriösen Zeitschrift.
  3. Ist die Zeitschrift in den großen Literaturdatenbanken und Current Contents-Diensten wie PubMed, Web of Science oder Embase gelistet? Für das JPCB werden lediglich einige Suchdienste angegeben, die einfach alle Zeitschriften aufnehmen, egal mit welcher Qualität, wie zB Google oder WorldCat.
  4. Wer publiziert in der Zeitschrift? Die acht Autoren stammen aus wissenschaftlichen Entwicklungsländern wie Bangladesh, China, Indien, Kroatien und Sudan.
  5. Wie schnell wird ein Manuskript peer-reviewed? Das JPCB akzeptiert Artikel teilweise innerhalb von wenigen Tagen. In dieser Zeit ist ein vernünftiger Peer-Review-Prozeß wohl kaum möglich.
  6. Wer sitzt im Editorial Board? Bei Predatory Journals sind Editorial Boards oft Fake Boards. Dies gilt für JPCB jedoch nicht, wie eine Stichprobe ergab.
  7. Wie hoch ist die Processing Fee (APC)? Im JPCB zu publizieren kostet 120 bis 520 USD – je nach Herkunftsland. Das klingt eher nach Gewinnmaximierung als nach einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Normale, kostendeckende APCs liegen z.B. bei Springer oder PLoS so um die 2.000 Euro.
  8. Wo hat der Verlag seienn Sitz und wohin soll die APC transferiert werden? Aus Indien kommen auch gute Verlage, aber wenn das Geld auf ein obskures Konto auf den Turks and Cairos Islands überwiesen werden soll, ist Misstrauen angesagt.
  9. Ist das Journal oder der Verlag auf der Beall‘ Liste der Predatory Publishers gelistet? Ja, Avens Publ. Group ist dort gelistet.
  10. Ist das Journal im Directory of Open Access Journals gelistet? Nein.

Shamseer’s characteristics of a predatory journal

  • Non-biomedical interests
  • Unprofessional website with many errors
  • Unclear or touched-up images
  • Website home page that speaks directly to authors
  • Uses Index Copernicus Value as index factor
  • No description of publishing process
  • Asks for manuscripts to be submitted by email
  • Promises quick turnaround and publication
  • No retraction policy
  • No information on how content will be preserved
  • Low APC
  • Lack of copyright clarity
  • Publisher/journal email is generic (e.g., Gmail)

Fazit
Ob JPCB ist Predatory Journal ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. In so einem Journal/Umfeld zu publizieren fördert aber die wissenschaftliche Karriere wohl eher nicht und ist schlimmstenfalls die Verschwendung von Steuermitteln.

Weitere Informationen
http://thinkchecksubmit.org
https://publicationethics.org


Seit 2004 bekommen alle Wisssenschaftler der Uni Münster finanzielle Unterstützung für das Veröffentlichen von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften. Seit 2011 hat die Universität dazu mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen Publikationsfonds für die Finanzierung von Open Access-Artikelgebühren eingerichtet. Sie gehört damit zu den ersten Universitäten in Deutschland, die eine Förderung im neuen Programm “Open Access Publizieren” der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. Die Universität Münster bezahlt aus Ihren DFG-geförderten Publikationsfond allerdings nur Open-Access-Zeitschriften, welche die im jeweiligen Fach anerkannten, strengen Qualitätssicherungsverfahren anwenden wie z.B. PLOS- oder BiomedCentral-Journale und weniger als 2.000 Euro kosten.

EndNote X9 und Webinare zu EndNote

EndNote ist ein vor allen in den STM-Fächern [meint:  Science, Technology, Medicine, also Naturwissenschaften, Technik, Medizin] beliebtes Literaturverwaltungsprogramm.

EndNote X9 enthält optimierte Funktionen zum Teilen von Referenzen und Forschungsergebnissen. Es gibt neue Reference Types, Output Styles wurden aktualisiert und mit Web of Science gibt es eine neue Integration.

  • Es gibt also neue Features für die Zusammenarbeit und die gemeinsame Nutzung  in EndNote X9 wie Library und Group Sharing direkt in EndNote mit „read-only“ oder „read-write“ Zugriff.
  • Mit EndNote X9 erhält man Updates zu den Schlüssel-Zitierstilen wie Chicago, AMA, MLA und APA. Jetzt kann man aus über 7.000 Styles auswählen, um seine Bibliographie und seine Zitate richtig zu formatieren.
  • Man kann nun einen Web of Science Citation Report direkt innerhalb von EndNote X9 generieren und eine Liste mit Zeitschriftenvorschlägen für das Paper, das man schreibt erstellen.

Kostenpflichtige Webinare zu Endnote und Scientific Writing:

13. SEPTEMBER 2018, 10 – 12 Uhr: EndNote Webinar (Deutsch)
Der schnelle Start in EndNote. Zum Nacharbeiten erhalten man die Aufzeichnung des Kurses.
(Details + Anmeldung)

28. SEPTEMBER 2018, 10 – 12 Uhr: Webinar „Scientific Manuscript Writing“ (Deutsch)
Die Masterarbeit ist der erste Schritt zur wissenschaftlichen Karriere. In diesem Webinar lernt man die Gesetze des akademischen Schreibens kennen.
(Details + Anmeldung)

6. NOVEMBER 2018, 12 – 14 Uhr: Webinar „Research Paper schreiben“ (Deutsch)
Sind die Ergebnisse Ihrer Forschung aussagekräftig? Finden Sie Beachtung mit einem Paper, das von der Fachwelt zitiert wird.
(Details + Anmeldung)

Grafik © Alfasoft GmbH

Interview mit der ULB-Digitaldezernentin Frau Dr. Klötgen über Raubverleger


Mit wissenschaftlicher Information lässt sich viel Geld verdienen

Mehr als 5000 deutsche Wissenschaftler haben Medienberichten zufolge Forschungsergebnisse gegen Bezahlung in wertlosen Online-Fachzeitschriften pseudowissenschaftlicher Verlage publiziert. Diese Verlage missachten demnach die grundlegenden Regeln der wissenschaftlichen Qualitätssicherung. Norbert Robers sprach mit der Leiterin der Digitalen Dienste der Universitäts- und Landesbibliothek Münster, Dr. Stephanie Klötgen, über Konsequenzen und über Tipps, um sich gegen Raubverlage zu schützen.

Eine der Schlagzeilen zu diesem Thema lautet: „Tausende Forscher publizieren in Pseudo-Journalen“. Ist das auch für Sie eine überraschende Nachricht?
Nein, nicht wirklich. Mit wissenschaftlicher Information lässt sich heute sehr viel Geld verdienen ­- dies haben auch obskure Verlage erkannt.

Das Phänomen der pseudowissenschaftlichen Verlage sei zwar schon seit Jahren bekannt, heißt es in den Berichten. Neu sei jetzt vor allem das Ausmaß – so habe sich die Zahl solcher Publikationen bei fünf der wichtigsten Verlage den Recherchen zufolge seit 2013 weltweit verdreifacht, in Deutschland sogar verfünffacht. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Verlage geben immer mehr Zeitschriften mit zum Teil sehr ähnlichen Titeln heraus. Vor allem für junge Wissenschaftler ist es schwer, sich in dieser Flut zurechtzufinden. Gerade die Kombination aus Publikationsdruck und zu wenig Zeit, sich mit der Auswahl des richtigen Journals zu beschäftigen, kann dazu führen, dass Wissenschaftler auf unseriöse Angebote hereinfallen. Vermutlich wurden auch die Zahlen bislang nicht systematisch erhoben, so dass jetzt die Zahl überraschend hoch ist.

Sie haben bereits einen Grund für diese hohe Zahl genannt – es ist vor allem der Publikationsdruck, die die Wissenschaftler in die Hände der Geschäftemacher treibt. Teilen Sie diese Einschätzung?
Ja, dies ist zumindest ein wichtiger Faktor. Es zählt häufig immer noch die Quantität und nicht unbedingt die Qualität der veröffentlichten Beiträge. Dies spiegelt sich auch in vielen metrischen Faktoren wieder, die zur Beurteilung herangezogen werden.

Worin besteht die Gefahr, wenn sich diese Berichte bestätigen?
Die Gefahr, dass das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft Kratzer bekommen, ist nicht zu bestreiten.

Wie kann ein junger Wissenschaftler sichergehen, dass er bei einem seriösen Verlag publiziert?
Sie sollten sich vor allem über Qualitätskriterien zur Beurteilung von Verlagen und Zeitschriften informieren. Hier helfen Angebote wie beispielsweise die Website „Think.Check.Submit“, die Kriterien zur Beurteilung nennt, oder Verzeichnisse wie das „Directory of Open Access Journals“ (DOAJ), das qualitätsgeprüfte Zeitschriften, die nach dem Open Access-Prinzip veröffentlichen, auflistet.

Gibt es Indikatoren oder Hinweise, auf die man im Fall einer Unsicherheit achten sollte?
Ja, die gibt es. Wie bekannt ist die Zeitschrift im Fach? Wird die Zeitschrift in bekannten, großen Datenbanken wie etwa „Web of Science“ oder „Pubmed“ ausgewertet? Ist die Art des Peer-Review-Verfahrens klar beschrieben? Und sind die Herausgeber der Zeitschrift im Fach bekannt? Wenn es auf eine oder mehrere dieser Fragen keine erschöpfende Antwort gibt, ist Skepsis angebracht.

Und falls man danach immer noch unsicher ist: Gibt es an der Universität Münster Beratungsstellen, an die man sich wenden kann?
Ja, die Universitäts- und Landesbibliothek berät zu den verschiedenen Aspekten des Publizierens. Alle Wissenschaftler können sich beispielsweise gerne an Dr. Viola Voß oder an mich wenden.

Links zu dieser Meldung
Think.Check.Submit
Directory of Open Access Journals
Open Access an der WWU
Raubverlage: Stimmen aus der Wissenschaft

Weitere Links zu Raubverlagen
Aktuelles-Beiträge über Betrug mit open Access
Beall‘ Liste der Predatory Publishers

Foto: Tsyhun at Shutterstock.com

WWU unterstützt Initiative Open Access 2020

Kurz vor Weihnachten meldete die ULB:
„„Open Access 2020“ ist eine internationale Initiative von Förder- und Forschungseinrichtungen, Hochschulorganisationen und Universitäten, die sich dafür aussprechen, das bisherige Subskriptionsmodell wissenschaftlicher Zeitschriften durch ein Open-Access-Modell zu ersetzen. Zu den Unterzeichnenden einer entsprechenden Interessensbekundung zählen auf deutscher Seite bereits die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Wissenschaftsrat, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Hochschulrektorenkonferenz sowie eine Reihe von Universitäten.
Sie bekennen sich damit zur Transformation wissenschaftlicher Zeitschriften von Subskription zu Open Access: Zu diesem Zweck werden Ressourcen, die bislang der Finanzierung von Abonnements wissenschaftlicher Zeitschriften galten, vermehrt umgelenkt in die nachhaltige Förderung von Open-Access-Publikationsmodellen.

Das Rektorat der WWU hat im Dezember 2017 die „Expression of Interest in the Large-scale Implementation of Open Access to Scholarly Journals“ unterzeichnet. Diese Unterstützung für OA2020 ergänzt die von der WWU unterzeichnete „Berliner Erklärung“ sowie die „Open Access-Resolution der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster“, die 2012 verabschiedet wurde.

Der Transformationsprozess an der WWU wird getragen vom 2011 eingeführten Open-Access-Publikationsfonds für Artikel in Open-Access-Zeitschriften, der im November 2017 auf Monographien und Sammelbände erweitert wurde.“

NCBI Webinar: Erstellen, verlinken und teilen Sie Ihre Bibliographie (PubMed & ORCID)

Am 4. Oktober 2017 präsentieren NCBI-Mitarbeiter ein Webinar über die Autoren-Vereindeutigung (Disambiguierung)  und die in diesem Zusammenhang bestehenden Vorteile einer ORCID-ID (Open Researcher and Contributor ID ist ein nicht-proprietärer, überwiegend numerischer Code, der der eindeutigen Identifizierung wissenschaftlicher Autoren dient).

Wenn Ihre veröffentlichten Forschungsergebnisse in PubMed zitiert werden, kann das Webinar Ihnen helfen, Ihre Zitate zu finden, eine Bibliographie zu erstellen und Ihre Publikationsliste mit anderen zu teilen.

In dem Webinar wird auch über den Vorteil einer schnellen und kostenlosen Registrierung für eine eindeutige Kennung (ORCID-ID), die konstant bleibt – auch wenn sich Ihr Name ändert, gesprochen.

  • Datum: Mittwoch, 4. Oktober 2017 18:00 – 18:30 Uhr

Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail mit Informationen zur Teilnahme am Webinar. Nach der Live-Präsentation wird das Webinar in den NCBI YouTube Channel hochgeladen. Über zukünftige Webinare können Sie sich auf der Seite Webinars and Courses informieren.

  • Die Original-Meldung finden Sie hier.

Abb.: screenshot

 

Initiative OpenAPC mit Münsteraner Beteiligung

Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Münster steht seit 2011 ein Fonds bereit, aus dem die Veröffentlichung von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften gefördert wird. Aus Mitteln der WWU, der DFG und der Universitätsbibliothek wurden seitdem für die Publikation von 325 Artikeln aus der Münsteraner Forschung rund 380.000 € ausgezahlt.

Die Universität Bielefeld und die Max Planck Digital Library (MPDL) haben das Projekt INTACT und die Initiative OpenAPC ins Leben gerufen: Über eine Plattform werden die Kosten, die bei der Zahlung von Open-Access-Veröffentlichungsgebühren (APCs) der Universitäten, die solche Fonds anbieten, transparent und vergleichbar gemacht – Open Data für Open Access.

Die ULB Münster beteiligt sich mit den Zahlen des WWU-Publikationsfonds an OpenAPC.

Zur Originalmeldung der ULB.

Forschungsdatenmanagement an der WWU

Aktuelle Forschungsprozesse generieren große Datenmengen, die es adäquat zu erschließen und zu archivieren gilt um sie für die Nachnutzung verfügbar zu halten. Daher hat die WWU nun eine eigene Webseite (https://www.uni-muenster.de/Forschungsdaten/) aufgespielt, auf welcher sämtliche Serviceleistungen der WWU zum Organisieren (Datenmanagement), Speichern (dauerhafte Sicherung), Publizieren (Urheberrecht) und Nachnutzen von Forschungsdaten zu finden sind.

Die Angebote der WWU umfassen u.a. die Beratung zum Thema Forschungsdaten, die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und Anwendungssoftware als auch Schulungen und Workshops.

Ansprechpartner ist der Servicepunkt Forschungsdatenmanagement (angesiedelt in der ULB):

Servicepunkt Forschungsdatenmanagement
Krummer Timpen 3, Raum 13
48143 Münster
Tel: +49 (0) 251 83-25529
forschungsdaten@uni-muenster.de

Kündigung von Elsevier: Konsequenzen für die Medizinische Fakultät

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Struktur des Projekt DEAL

Der Kanzler der WWU verschickte heute, am 7.12.2016, eine Mitteilung an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der WWU betreffend der Kündigung des bisherigen Elsevier-Vertrages zum 31.12.2016, und gab am 9.12.2016 eine entsprechende Pressemeldung heraus. Der folgende Bericht bezieht sich auf diese Schreiben und gibt weitere Informationen.

Hintergrund

Im Rahmen des Projekts DEAL wird das Ziel verfolgt, bundesweite Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften großer Wissenschaftsverlage abzuschließen. Dabei wird eine signifikante Änderung gegenüber dem gegenwärtigen Status Quo bei der Verhandlung, den Inhalten und der Preisgestaltung angestrebt. Durch die Effekte eines Konsortialvertrages auf Bundesebene sollen die einzelnen Einrichtungen finanziell entlastet und der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur für die Wissenschaft auf breiter und nachhaltiger Ebene verbessert werden. Zugleich soll eine Open-Access-Komponente implementiert werden.

Scheitern

Nach Verhandlungsbeginn im Juni 2016 wurde nun das vorläufige Scheitern der Gespräche mit Elsevier verkündet (Rundschreiben der HRK).

Der Verlag hat uns zwar wenige Tage vor diesem Termin und nach monatelangen intensiven Verhandlungen ein erstes Angebot für eine bundesweite Lizenz vorgelegt. Dieses verweigert sich aber den Prinzipien von Open Access und allen Argumenten für eine faire Preisgestaltung: Trotz der bereits bestehenden 40-prozentigen Umsatzrendite setzt der Verlag auf gigantische Preissteigerungen jenseits der bislang bezahlten Lizenzsummen. Zudem verweigert sich der Verlag kategorisch transparenteren Geschäftsmodellen, die auf der Publikationsleistung basieren und Publikationen offener zugänglich machen würden.

Kündigung

Im Zuge der Verhandlungen haben – in enger Abstimmung mit der DEAL-Projektgruppe – alle Universitäten darauf verzichtet, ihre 2016 auslaufenden Einzel-Verträge mit Elsevier zu verlängern. Der Kanzler hat für die WWU fristgerecht die Verträge für 166 lfd. Abos und die „Freedom Collection“ mit mehr als 2.000 Online-Zeitschriften (Lizenzkosten derzeit ca. 830.000 €) gekündigt. Elsevier hat die Kündigungen akzeptiert und die Universitäten darauf hingewiesen, dass die Zugänge für die ab 01.01.2017 neu erscheinenden aktuellen Hefte von 166 Zeitschriftenabonnements sowie die „Freedom Collection“ mit ca. 2.300 Zeitschriften ab dem 01.01.2017 gesperrt sind, wenn bis dahin ein bundesweiter Lizenzabschluss nicht zustande kommt.

Notversorgungskonzept

Um auch während der Zeit des vertragslosen Zustands eine akzeptable Versorgung mit Elsevier-Publikationen für Sie zu gewährleisten hat die DEAL-Projektgruppe ein Notversorgungskonzept erarbeitet. Dies geschieht durch seit Jahrzehnten bewährte, vielfältige Angebote der Dokumentlieferung von der klassischen Fernleihe bis zum Direktlieferdienst. Die Zweigbibliothek Medizin wird ihre Kapazitäten in der Expresslieferung von Zeitschriftenartikeln ab dem 1.1.2017 verstärken, um bis zu einer Einigung mit dem Elsevier-Verlag die Einschränkungen für die medizinische Fakultät so gering wie möglich zu halten.

Fragen & Antworten

– Wer ist von der Kündigung des Elsevier-Vertrags besonders betroffen? Für Lehrende, Forschende und Studierende folgender Fachbereiche sind die Elsevier-Zeitschriften besonders wichtig: Medizin, Chemie und Pharmazie, Biologie, Psychologie und Sport, Geowissenschaften, Physik und Wirtschaftswissenschaften. Einzelne Titel sind allerdings auch in den Geisteswissenschaften stärker nachgefragt.
– Gilt die Kündigung auch für die Datenbank SCOPUS von Elsevier? Die Kündigung gilt ausschließlich für Online-Zeitschriften. Bestehende Verträge für den Zugriff auf Datenbanken aus dem Verlagshaus Elsevier wie z.B. SCOPUS sind davon nicht betroffen.
– Wurden auch Verträge anderer Großverlage seitens der WWU gekündigt? Nein. Bislang verhandelt die DEAL-Projektgruppe nur mit Elsevier. Für andere Großanbieter wissenschaftlicher Zeitschriften wie Wiley und Springer / Nature plant die DEAL-Projektgruppe Verhandlungen in den Jahren ab 2017 und 2018.
– Kann ich weiter in Elsevier-Zeitschriften veröffentlichen? Die Kündigung der Verträge bezieht sich ausschließlich auf den Zugriff auf ElsevierZeitschriften. Angehörige der WWU Münster haben nach wie vor die Möglichkeit, in Zeitschriften des Verlags zu publizieren.

Was können Sie tun?

Matthias Schwarte, der Kanzler der WWU, empfiehlt: Falls Sie dem Elsevier Verlag als Herausgeber/in, Mitglied des Editorial Board, Gutachter/in im peer-review-Verfahren oder als Autor/in verbunden sind, möchten wir Sie bitten, die Entscheidung der WWU und der Mehrzahl der deutschen Universitäten gegenüber Elsevier mit Überzeugung zu vertreten.

Weitere Informationen

Pressemeldung der WWU vom 9.12.2016
Mitteilung des Kanzlers an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der WWU vom 7.12.2016
Wichtige Fragen und Antworten zum DEAL-Projekt und zur Kündigung des Elsevier-Vertrages der WWU (online 9.12.2016)
Stellungnahme von Elsevier zum „Scheitern“ der Verhandlungen vom 5.12.2016 (nach Börsenblatt)
HRK-Rundschreiben vom 1.12.2016

Vortrag & Diskussion: „Open Access zwischen Heilsversprechen und universitärer Realität“

open-accessJedes Jahr im Oktober beginnt an der WWU nicht nur das Wintersemester, sondern es ist auch die Zeit der Internationalen Open-Access-Woche. Das Motto der 2016er-Ausgabe lautet „Open in action“. Also: Open Access nicht nur passiv nutzen durch die Lektüre frei zugänglicher Publikationen, sondern selbst aktiv werden und die eigene Forschung öffnen!

Was ist Open Access eigentlich genau? Und inwiefern betrifft es mich?

Im Rahmen der Open-Access-Woche findet nun heute der Vortrag von Dr. Sven Fund statt, der vielleicht Anregung bietet, wie man die nächste Veröffentlichung oder das nächste Forschungsprojekt via Open Access auf den Weg bringt.

Der Vortrag von Dr. Sven Fund – „Open Access zwischen Heilsversprechen und universitärer Realität“ – beginnt am 24.10. um 12 Uhr s.t. im Hörsaalgebäude Johannisstraße 1-4.

Zur ULB-Nachricht.

Grafik © ULB