An viele Religionen wird die Hoffnung herangetragen, (Seelen-)Heil, aber auch Heilung von körperlichen oder psychischen Leiden zu vermitteln. Und diese Hoffnung wird von vielen Religionen genährt: Jesus, so wird es in neutestamentliche Schriften bezeugt, machte Blinde sehend und Lahme gehend. Von den Großkirchen wird diese Erwartung kaum noch vermittelt, im pentekostal-charismatischen Christentum aber wurde sie wachgehalten und wird seit einigen Jahrzehnten aktiv wiederbelebt. Auch ‚heilige‘ Menschen können, so bezeugt es die Katholische Kirche, Heilung vermitteln; man denke nur an die Quellwasser von Lourdes. Auch jenseits des Christentums ist die Hoffnung auf Heilung durch spirituelle Mächte lebendig: So wird etwa im Feld des Spiritismus und afrobrasilianischer Religionen Heilung als eine Art spiritueller Dienstleistung angeboten (und stark nachgefragt). Im Seminar sollen die diffusen Grenzen zwischen Religion und Medizin/Psychologie sowohl systematisch ausgelotet als auch (u.a. an den genannten Beispielen) empirisch in den Blick genommen werden. (Wenn möglich, werden wir Heilungsgottesdienste besuchen.)

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2025