Am 01.09.2022 startet der größte Schülerwettbewerb für historisches Lernen in Deutschland – der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten – erneut. Dann werden Schüler:innen wieder bundesweit aufgerufen, die Geschichte ihrer Stadt, ihrer Schule, ihrer Familie zu erforschen.
Wir der Geschichtswettbewerb als "Elitenphänomen" oder "Paradepferd" in geschichtsdidaktischen Debatten meist als Instrument zur 'Spitzenförderung' kritisch beäugt, ist er in der schulischen Praxis als Instrument der individuellen Förderung an zahlreichen Schulen fest verankert. Diese Beobachtung wirft Fragen auf: Welche Lern- und Förderpotenziale bietet der Geschichtswettbewerb also? Wie kann der Geschichtswettbewerb hetereogenen Lernvoraussetzungen der Schüler:innen verschiedener Schulfromen und Altersstufen begegnen? Und welche Rolle spielen die Lehrkräfte, die den Geschichtswettbewerb als Tutor:innen begleiten?
Diese Übung soll den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis leisten. In der Auseinandersetzung mit Perspektiven und Materialien aus der Wettbewerbspraxis soll der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten als heterogenitätssensibles Lehr-Lern-Konzept betrachtet werden. Ziel des Seminars ist es nicht nur, Studierenden einen Einblick in die Praxis des Geschichtswettbewerbs zu vermitteln, sondern auch, sie selbst zu befähigen, Teilnehmende im Geschichtswettbewerb als Tutor:innen zu begleiten und Handlungskompetenzen im Bereich der individuellen Förderung zu erwerben. Die Veranstaltung findet zunächst im wöchentlichen Turnus statt, die zweite Hälfte des Seminars findet als gemeinsamer Blocktermin mit der Veranstaltung „Schüler:innen als Forscher:innen" von Herrn Heitmann am 21.01.2023 statt. Hier wollen wir die beiden Seminarperspektiven zusammenführen und gemeinsam erabeiten, welche Handlungskompetenzen Lehrerinnen benötigen, um Schülerinnen bei ihren Forschungen zu unterstützen
- Lehrende/r: Johanna Marie Glandorf